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“Meniskus (Anatomie)
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Aufbau des Kniegelenks
Menisken des Kniegelenks des Menschen

Als Meniskus bezeichnet man in der Anatomie einen scheibenförmigen (im Knie halbmondförmigen) Knorpel in einem Gelenk. Im Gegensatz zu einem Diskus teilt ein Meniskus die Gelenkhöhle nur unvollständig. Bei Säugetieren gibt es im Kniegelenk zwei große Menisken sowie zahlreiche kleinere Menisken in anderen Gelenken (z. B. Interphalangealgelenk), die sich häufig von der Kapsel ableiten und in das Gelenk hineinragen. Der Name leitet sich ab aus dem Griechischen und bedeutet aufgrund der Meniskusform in etwa „Möndchen“. Auch bei Vögeln kommen Menisken neben dem Kniegelenk in anderen Gelenken vor (Speichen-Ellen-Gelenk, Handgelenk, Wirbelsäule).
Inhaltsverzeichnis
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  • 1 Funktion
  • 2 Schäden am Meniskusapparat
    o 2.1 Scheibenmeniskus
    o 2.2 Meniskusquetschung
    o 2.3 Meniskusruptur
    o 2.4 Degenerative Veränderungen
    o 2.5 Therapie
    + 2.5.1 Meniskusrefixation (Meniskusnaht)
    + 2.5.2 Meniskusteilresektion
    + 2.5.3 Meniskusersatz
    + 2.5.4 Transplantation eines Spendermeniskus
    + 2.5.5 Implantation eines künstlichen Meniskus
  • 2.5.5.1 ACTIFIT (Kunststoff: Polyurethan)
  • 2.5.5.2 CMI bzw. MENAFLEX (Collagen Typ I)
  • 3 Literatur
  • 4 Weblinks
  • 5 Einzelnachweise

Funktion [Bearbeiten]

Sowohl Finite-Elemente-Methode-Modelle als auch Labormessungen1 unterstreichen die Bedeutung der Kniegelenkmenisken bei der (Druck-) Kraftübertragung zwischen den beiden Gelenkflächen (von Femur und Tibia) des Kniegelenks. Da die menschlichen Kniegelenkmenisken zur Hauptsache (etwa 90 %) Kollagen-Fasern des Typ 1 enthalten und diese hauptsächlich auf Zug beansprucht werden, muss zum widerspruchsfreien Verständnis diese Zugbeanspruchung plausibel gemacht werden. Die Zugbeanspruchung entsteht vor allem in der Nähe der Vorder- und Hinterhörner, mit denen die Menisken knöchern auf dem Tibiaplateau befestigt sind. Zusätzliche Zugbeanspruchung entsteht bei der Verformung der Menisken z. B. bei Kniebeugen. Neben diesen Grundbeanspruchungsarten ist es aufgrund der Form der Menisken sehr wahrscheinlich, dass sie auch für eine bessere Verteilung der Gelenksflüssigkeit auf den Gelenkknorpeln zur Reibungsminderung und Ernährung sorgen.

Dass bei Menschen mit einem operativ entfernten Meniskus die Gefahr einer frühzeitigen Arthrose erheblich steigt, ist seit 1948 bekannt2 und heute allgemein anerkannt. Aufgrund der Beweglichkeit der Menisken (vor allem des Außenmeniskus), vergrößern sie auch die Gelenkfläche auf dem Schienbeinplateau bzw. die Kontaktfläche für den Kopf des Oberschenkelknochens. Durch die Gelenkform (Bicondyläres Gelenk) des Knies sind hier, zusätzlich zu reinen Beuge- und Streckbewegungen, Rotationen um wenige Grad, sowie Verschiebungen (Translationen) nach vorne und hinten möglich. Die Kontaktfläche des knöchernen Schienbeinplateaus wäre hierfür ohne die Menisken inadäquat.
Schäden am Meniskusapparat [Bearbeiten]
Riss im Innenmeniskus-Hinterhorn (siehe Pfeil, Ansicht von der Seite). Das Vorderhorn ist intakt

Viele Menschen nehmen im Laufe ihres Lebens ihren Meniskus nicht bewusst wahr. Von Verletzungen der Menisken sind meist Sportler betroffen oder Menschen, deren Tätigkeit die Knie überbeansprucht, so zum Beispiel Fliesenleger. Besondere Risikosportarten für Meniskusverletzungen sind unter anderem Fußball, Tennis, Handball, Skifahren, Snowboard, Basketball, Diskuswerfen, Skateboarding, Karate und Radsport (oft unfallbedingt). Eine Meniskusverletzung erfolgt meist bei einer intensiven und schnellen Verdrehung des Kniegelenkes sowie beim Einknicken.
Scheibenmeniskus [Bearbeiten]

Der Scheibenmeniskus ist eine angeborene Fehlbildung der Kniegelenksmenisken. Sie kann zu einem Schnapp-Phänomen und zu Schmerzen führen, die typischerweise mit dem 6. bis achten Lebensjahr beginnen.
Meniskusquetschung [Bearbeiten]

Die harmlose Variante einer Meniskusläsion (Verletzung) bezeichnet man als Meniskusquetschung. Hier genügt eine konservative Behandlung und eine Sportpause von etwa 3 Wochen. Operativ kann hier ein Entlastungsschnitt in einigen Fällen die Heilung unterstützen.
Meniskusruptur [Bearbeiten]

Anders sieht es bei einer Meniskusruptur (Meniskusriss) aus. Innenmeniskusverletzungen (also des Meniscus medialis) sind wesentlich häufiger als die des Außenmeniskus. Die Risse werden nach ihrer Verlaufsrichtung in Querrisse, Lappenrisse (Zungenrisse), Längs- bzw. Korbhenkelrisse und oberflächliche Risse eingeteilt. Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung, Kernspintomographie und Arthroskopie (Gelenkspiegelung).

Ein Korbhenkelriss ist die Bezeichnung für einen parallel zu der Hauptrichtung der Fasern verlaufenden Meniskusriss. Der Meniskus wird dabei entlang seines Verlaufes längs gespalten, das vordere und hintere Ende des Fragmentes behält weiterhin Verbindung zum Rest des Meniskus. Der freie Rand disloziert in den Gelenkspalt und verursacht akute Schmerzen.
Korbhenkelriss, Ansicht von vorne. Große Anteile des Außenmeniskus (rot) sind nach innen in das Gelenk verlagert. Innenmeniskus (grün) noch intakt)

Diagnostisch kann so ein Korbhenkelriss bei der klinischen Untersuchung Probleme bereiten, denn manchmal legt sich das Fragment wieder an seinen Ursprung an, dann ist die „typische Meniskussymptomatik“ nicht zu finden.

Bei 991 zufällig ausgewählten Personen wurden MRT-Untersuchungen durchgeführt. Dabei fand sich eine überraschend hohe Prävalenz von auffälligen Meniskusbefunden: Sie reichte von 19 % bei Frauen zwischen 50 und 59 Jahren bis zu 56 % bei Männern zwischen 70 und 90. Dabei fand sich keine Korrelation zu Kniegelenksbeschwerden. 61 % der Patienten mit einem Meniskusriss hatten keinerlei Probleme. Patienten mit schmerzhafter Kniegelenksarthrose hatten in 63 % der Fälle einen Meniskusriss. Bei Arthrosepatienten ohne entsprechende Beschwerden fand sich ebenfalls in zwei Drittel der Fälle ein Meniskusriss.3
Degenerative Veränderungen [Bearbeiten]

Genauso, wie die Knorpelfläche eines Gelenkes sich im Laufe der Zeit degenerativ verändert, verschleißen auch die Menisken. Unter Last wird das Meniskusgewebe ausgewalzt, wird immer dünner, bis es schließlich zerreißt. Diese Veränderungen werden zusammenfassend als Meniscopathie bezeichnet und sind ein Teil des Geschehens bei der Entwicklung einer Arthrose. Bei Unfallverletzungen, die als Arbeitsunfall gelten sollen, ist die histologische Untersuchung des Meniskusgewebes von entscheidender Bedeutung für die Anerkennung eines Unfallzusammenhanges. Weitere degenerative Veränderungen können auch durch einen Eversionswinkel ungleich null Grad verursacht werden.
Therapie [Bearbeiten]

Wie man einen Meniskusriss behandelt, hängt von einigen Faktoren ab. Alter, Sportlichkeit und Schmerzen des Patienten spielen eine große Rolle. Bei jungen Menschen und vor allem bei Sportlern ist eine Operation unumgänglich, da bei hoher Belastung des Knies ein gerissener Meniskus weiter einreißt und dadurch weitere Schäden im Kniegelenk anrichtet. Hierzu gehören unter anderem so genannte Gelenkmäuse, die als abgetrennte Meniskusteile sich frei im Gelenk bewegen und beispielsweise eine Gelenksperre verursachen können. Meniskusgewebe hat die gleiche Oberflächenhärte wie der Gelenkknorpel, so dass bleibende Knorpelschäden die Folge sein können.

Symptome für einen gerissenen Meniskus sind meist Streckdefizite, das Knie kann also nicht mehr durchgestreckt werden. Hinzu kommen starke Schmerzen in der Kniekehle und an den Seiten, die bis ins Schienbein ziehen.

Bei einer Meniskusoperation wird zunächst eine Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung) durchgeführt. Sie gibt den Operateuren genauen Aufschluss über den tatsächlichen Schaden der Menisken, da selbst die MRT-Bilder nicht unbedingt genauen Aufschluss liefern. Zunächst wird das Knie durchgespült, um gute Sicht ins Innere zu haben. Dann wird ein Stab mit einem Objektiv in das Knie eingeführt, das Innere wird auf einem Monitor betrachtet.

Von entscheidender Bedeutung bei der Therapie von Menikusschäden ist die Beachtung der aktuellen Stabilitätssituation des betroffenen Kniegelenks. Eine Meniskusnaht oder -transplantation darf keinesfalls ohne (gleichzeitige) Stabilsierungsoperation bei z. B. Kreuzbandriss durchgeführt werden, da die Instabilität primär für die Meniskuspathologie verantwortlich ist.
Meniskusrefixation (Meniskusnaht) [Bearbeiten]

Nach Feststellung der arthroskopischen Diagnose wird die Operationstechnik bestimmt. Die medizinisch stets angestrebte Methode ist eine Meniskusrefixation (Meniskusnaht). Hierbei wird der Meniskus mit hochwertigem Nahtmaterial oder Meniskuspfeilen aus resorbierbaren Materialien wieder befestigt. Dies ist allerdings nur bei bestimmten Rissen möglich und auch nur, wenn der Meniskus an der Kapsel abgerissen ist, sodass er wieder dort angenäht werden kann. Bei jüngeren Patienten wird auch bei weniger basisnahen Rissen eine Refixation durchgeführt, weil die Folgen einer Meniskusresektion auf das Gelenk zeitabhängig auftreten. Zur Verbesserung der Einheilung wird neben den Nähten eine Anfrischung der Risszone (sogenanntes Needling, also „Nadeln“) durchgeführt, wodurch die Durchblutung lokal verbessert wird. Anschließend muss der genähte Meniskus heilen, eine lange Nachbehandlung ist nötig. Die Bewegung des Kniegelenks ist in der ersten Phase nach der Operation nicht freigegeben. Dazu wird eine Streckschiene getragen. Die Belastung kann schnell aufgebaut werden, da der Meniskus dabei nicht belastet wird. Nach etwa drei Wochen kann die Bewegung des Kniegelenks zunehmend freigegeben werden, eine vollständige Aufnahme der sportlichen Tätigkeit erst nach einem halben Jahr, bei gutem Verlauf der Heilung eventuell auch früher. „Sanfte“ sportliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel Krafttraining, Radfahren oder Schwimmen können nach circa zwei Monaten aufgenommen werden. Nach überstandener Meniskusnaht ist das die erfolgreichste Behandlung, mit der besten Perspektive für das Kniegelenk.
Meniskusteilresektion [Bearbeiten]

Die andere Variante ist die Meniskusteilresektion, hierbei wird das gerissene Stück des Meniskus entfernt. Nach einer Teilentfernung des Meniskus kann bereits am Operationstag ein schmerzorientierter Übergang zur Vollbelastung erfolgen. Unterstützend können Unterarmgehstöcke für einige Tage verwendet werden. Begleitend wird in den ersten Wochen nach der Operation Krankengymnastik empfohlen. Die Arbeitsfähigkeit ist in der Regel nach 1 bis 2 Wochen wieder hergestellt. Bei kniebelastenden körperlich tätigen Patienten kann es jedoch auch einige Wochen dauern, bis der Patient wieder seiner beruflichen und sportlichen Tätigkeit nachgehen kann.
Meniskusersatz [Bearbeiten]

Allerdings weisen Kniegelenke ohne Menisken keine gute Prognose auf, die Gefahr frühzeitiger Arthrose wächst. Dies lässt sich dennoch durch neue Entwicklungen in der Meniskusforschung verhindern. Ein sogenannter „Meniskusersatz“, ein Implantat aus Polyurethan (Actifit), Collagen (CMI/Menaflex) oder eines menschlichen Spenders (Allograft) wird an die Stelle des entfernten Meniskus eingesetzt, so dass sich bestenfalls ein körpereigenes Meniskusgewebe neu ausbilden kann. Allerdings zieht das Einsetzen des Implantats eine längere Nachbehandlung hinter sich, Sportler müssen hier mit mehreren Monaten Pause rechnen. Eine reine Meniskus(teil)entfernung – ohne Meniskusersatz – führt dazu, dass im Knie kein Heilungsprozess abläuft. Der Defekt verbleibt im Meniskus, wird nicht wieder aufgefüllt und führt zu einer höheren Druckbelastung. Vorteil: Schon einen Tag nach der Operation kann das Knie voll belastet werden und Gehstützen werden nicht mehr gebraucht. Nach zwei Wochen kann der Sportler bereits wieder leichtes Training aufnehmen, wie zum Beispiel Radfahren. Mit „Stop-and-Go“-Sportarten sollte jedoch länger gewartet werden, circa sechs Wochen. Nachteil: Mittelfristig besteht bei diesen Patienten ohne Meniskusersatz ein deutlich höheres Risiko an einer frühzeitigen Arthrose zu erkranken.
Transplantation eines Spendermeniskus [Bearbeiten]

Patienten, die bereits in jungen Jahren unfallbedingt einen Meniskus verlieren, droht auf mittlere bis lange Sicht die Entwicklung einer Früharthrose. Oftmals gesellt sich frühzeitig ein beginnender schmerzhafter Knorpelschaden der Oberschenkelrolle und des Schienbeinkopfes hinzu. Schmerzen und Ergussbildung im Kniegelenk sind erste Anzeichen des Arthroseentwicklung und wichtiger Hinweis auf eine frühzeitige Überlastung des Gelenkabschnittes. Ein wichtiges Operationsverfahren stellt in dieser Situation die Transplantation eines Spendermeniskus dar. Es kann sowohl der Innen- wie auch der Außenmeniskus ersetzt werden. Das Verfahren setzt eine genaue Diagnostik voraus, entsprechend muss die Größe und auch Seite des Meniskus individuell bestimmt werden. Der Spendermeniskus wird in der Regel von international tätigen Gewebebanken bestellt und wurde von verstorbenen Unfallopfern gespendet. Eine Abstoßungsreaktion wie bei inneren Organen und eine lebenslange Medikamenteneinnahme, wie sie z.B. nach Herztransplantationen erforderlich wird, ist hier nicht notwendig. Der Spendermeniskus wird unter sterilen operativen Bedingungen entnommen und dann nach international üblichen Kriterien auf Krankheitserreger untersucht. Dabei ist die Gefahr einer Übertragung von Infektionskrankheiten verschwindend gering, aber ebenso wenig zu vernachlässigen wie die ungeregelte rechtliche Situation für den Operateur in Deutschland. Dieser haftet nach derzeitiger Rechtslage allein für die Qualität des Spendermeniskus. Nach entsprechender Lagerung und aufwändigem Transport wird die Meniskustransplantation durchgeführt. Der Spendermeniskus wird im Rahmen einer Gelenkspiegelung minimal invasiv eingesetzt. Nach genauer Präparation des Spendermeniskus wird dieser über einen ca. 1 cm kleinen Zugang in das Kniegelenk eingebracht und an Ort und Stelle stabil vernäht. Der Nachteil eines Spendermeniskus liegt in der oft monatelangen Wartezeit auf ein geeignetes Transplantat. Die Nachbehandlung entspricht im Wesentlichen der nach Meniskusnaht. Die Transplantation eines Spendermeniskus dient in erster Linie der Vermeidung einer frühzeitigen Arthrose und der Behebung von Schmerzen. Eine intensive sportliche Belastung nach der Transplantation muss in Rücksprache mit dem Operateur geklärt werden. Klinische Studien zeigen eine deutliche Schmerzreduktion und ein sehr gutes Einwachsverhalten der Spendermenisci. Außerdem belegen Langzeitstudien ein nur langsames Fortschreiten der Arthrose. Die überwiegende Zahl der Patienten kommt mit dem Spendermeniskus gut zurecht, unter Umständen sind begleitende Operationen zur Beinachskorrektur notwendig, um eine optimale Entlastung des geschädigten Gelenkabschnitts mit dem Spendermeniskus zu erzielen.
Implantation eines künstlichen Meniskus [Bearbeiten]
ACTIFIT (Kunststoff: Polyurethan) [Bearbeiten]

Da es oftmals schwierig und mit Risiken verbunden ist, einen Spendermeniskus zu erhalten, wurde wissenschaftlich daran gearbeitet, synthetisches Meniskusgewebe herzustellen. Eine Alternative ist die Implantation eines künstlichen Meniskus namens Actifit (Polyurethan-Meniskus-Implantat). Das neuartige Polyurethanmaterial wurde speziell konzipiert, um Schmerzen zu reduzieren und das Gewebewachstum in einem beschädigten Meniskus anzuregen. Der so genannte Actifit-Meniskus ist ein synthetisches poröses Material (schwammartiges Gewebe) mit einer dicht vernetzten Porenstruktur aus Polyurethan, dessen Abbau und Verbleib im menschlichen Körper noch ungeklärt ist. Die Indikation für einen synthetischen Meniskus liegt in der Reparatur von partiellen Meniskusdefekten. Das Gewebe wird in den Defektbereich des Meniskus implantiert, wo das Einwachsen und die Bildung von neuem, meniskusartigem Gewebe erwünscht ist. In der Kritik stehende histologische und kernspintomographische Untersuchungen sollen belegen, dass partiell Blutgefäße in den Actifit-Meniskus einwachsen können und Gewebe um die Blutgefäße herum entsteht. Es wird unterstellt, dass in dem Maße, wie das neu gebildete Gewebe die mechanischen Eigenschaften des Implantats übernimmt, das künstliche Implantat seine Funktion verliert, in dem es sich langsam auflöst und vom Körper abgebaut wird. Doch alle bisherigen Studiendaten stehen dieser Theorie entgegen: eine Resorption von Polyurethan konnte nirgends wissenschaftlich nachgewiesen werden. Der Actifit-Meniskus wird bei Verletzungen oder Schädigungen des Innen- und Außenmeniskus eingesetzt. Die Implantation wird minimal invasiv im Rahmen einer Kniegelenksspiegelung durchgeführt. Der Meniskus wird routinemäßig mit Nahtmaterial und Implantaten befestigt. Das Implantat ist nach Vorlage der Einjahresergebnisse von 10 Patienten für den europäischen Markt zugelassen worden. Es hat in einer wissenschaftlich klinischen Studie in Europa mit 52 Patienten diskussionswürdige Kurzzeitergebnisse erzielen können. Die Kontrollarthroskopien zeigen keine natürliche Gewebeintegration des implantierten Kunststoffs oder des verwendeten Nahtmaterials (www.orteq.com). Die ersten Befunde lassen vermuten, dass der Actifit-Meniskus nur bei kleinen Verletzungen oder Schädigungen des hinteren Innen- und Außenmeniskus implantiert werden kann, da ansonsten ein funktional ungewolltes Herausdrücken des Implantats droht (bei 27 von 46 Studienpatienten). Auch bei fehlendem Hiatus wird wegen desselben Risikos von einer Implantation abgeraten. Das Polyurethan-Meniskus-Implantat wird trotz allen Vorbehalten von einigen Ärzten inzwischen eingesetzt. Die Erfahrungen von unabhängigen Ärzten können nicht bestätigen, dass ein Material wie Polyurethan für die Meniskusersatzchirurgie geeignet ist. Wegen diverser Probleme wurde bei einigen Patienten der Actifit-Meniskus inzwischen wieder explantiert.
CMI bzw. MENAFLEX (Collagen Typ I) [Bearbeiten]

Neben dem Polyurethan-Meniskus-Implantat gibt es seit Jahren eine zweite, rein biologische Alternative. Dieses Implantat besteht – wie das menschliche Meniskusgewebe selbst – aus reinen Collagen (Typ I) und trägt den Namen „CMI“ bzw. „Menaflex“. Zu diesem collagenen Meniskus-Implantat gibt es seit mehr als einem Jahrzehnt positive klinische Resultate und zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen in anerkannten Fachjournalen. Auf Grund der Anpassungsfähigkeit des Implantatgerüsts gibt es keinerlei Einschränkungen in Bezug auf Defektgröße, Innen- oder Außenmeniskus oder fehlendem Hiatus. Die Biokompatibilität der collagenen Matrix eignet sich sehr gut für eine unterstützende Besiedelung mit Zellen oder Wachstumsfaktoren (z.B. PRP). Das Collagen Meniskus Implantat resorbiert über einen Zeitraum von zwei Jahren vollständig und wird im Idealfall (90%) durch körpereigenes, regeneriertes Meniskusgewebe biologisch ersetzt. Bei 10% aller Patienten funktioniert dieser biologische Therapieansatz nicht und das Implantat wird ohne Folgeschäden einfach resorbiert bzw. abgebaut. Der Patient fällt dann auf das Ausgangsniveau vor seiner Operation zurück.

Nach Meniskustransplantation verlängert sich die Phase der Teilbelastung auf 5 bis 6 Wochen, ansonsten ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede zur Meniskusnaht. Auch bei Transplantation eines synthetischen Meniskus sind ca. 6 Wochen Teilbelastung notwendig.
Literatur [Bearbeiten]

P. Fehrmann und J. Mockenhaupt: Theoretische und experimentelle Analysen zur Bedeutung des intakten und des geschädigten Meniskus für die statische Beanspruchung des Kniegelenks. European Journal of Trauma. ISSN 1439-0590

T. J. Fairbank: Knee joint changes after meniscectomy. J Bone Joint Surg Br, London, England, 1948.

N EnglJ Med 2008;359:1108-1115, zitiert nach MMW

Synthetic Meniscal Scaffolds Zaffagnini S, Marcheggiani Muccioli G, Giordano G, Bruni D, Nitri M, Bonanzinga T, Filardo G, Russo A, Marcacci M.(Techniques in Knee Surgery 2009)

Follow-up of collagen meniscus implant patients: Clinical, radiological, and magnetic resonance imaging results at 5years. Bulgheroni P, Murena L, Ratti C, Bulgheroni E, Ronga M, Cherubino P. (Knee 2009)

Comparison of the collagen meniscus implant with partial meniscectomy. A prospective randomized trial. Rodkey WG, DeHaven KE, Montgomery WH 3rd, Baker CL Jr, Beck CL Jr, Hormel SE, Steadman JR, Cole BJ, Briggs KK. (J Bone Joint Surg Am. 2008)

Arthroscopic collagen meniscus implant results at 6 to 8 years follow up. Zaffagnini S, Giordano G, Vascellari A, Bruni D, Neri MP, Iacono F, Kon E, Presti ML, Marcacci M. (Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2007)

Follow-up of collagen meniscus implants by MRI. Genovese E, Angeretti MG, Ronga M, Leonardi A, Novario R, Callegari L, Fugazzola C. Radiol Med. 2007

Tissue-engineered collagen meniscus implants: 5- to 6-year feasibility study results. Steadman JR, Rodkey WG. (Arthroscopy. 2005)

Histology and ultrastructure of a tissue-engineered collagen meniscus before and after implantation. Reguzzoni M, Manelli A, Ronga M, Raspanti M, Grassi FA. (J Biomed Mater Res B Appl Biomater. 2005)

A clinical study of collagen meniscus implants to restore the injured meniscus. Rodkey WG, Steadman JR, Li ST. (Clin Orthop Relat Res. 1999)

Regeneration of meniscal cartilage with use of a collagen scaffold. Analysis of preliminary data. Stone KR, Steadman JR, Rodkey WG, Li ST. (J Bone Joint Surg Am. 1997)
Weblinks [Bearbeiten]

  • Operationstechnik Meniskusnaht
  • OP-Video: Collagen-Meniskus-Implantation
  • Actifit: Polyurethan-Implantat

Einzelnachweise [Bearbeiten]

1. ↑ P. Fehrmann und J. Mockenhaupt: Theoretische und experimentelle Analysen zur Bedeutung des intakten und des geschädigten Meniskus für die statische Beanspruchung des Kniegelenks. European Journal of Trauma. ISSN 1439-0590 2. ↑ T. J. Fairbank: Knee joint changes after meniscectomy. J Bone Joint Surg Br, London, England, 1948. 3. ↑ N EnglJ Med 2008;359:1108-1115, zitiert nach MMW

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